Freitag, 27. März 2009

Still alive

Aloha aus Neuseeland!
Bin gut angekommen und alles läuft wie geschmiert. Muss nur leider das Wochenende über mit der Akkuladung meines Laptops auskommen, deshalb gibt es den detailierten Reisebericht und die ersten Eindrücke aus Dunedin erst Montag oder so.

Viele Grüße,

Falk

Donnerstag, 26. März 2009

Natural Selection

Limerick ist eine Stadt im Westen von Irland. Dort gibt es eine ziemlich krasse Drogenszene mit Drogenbanden, die sich gegenseitig töten. Soviel zur Vorgeschichte.
Samstag wollte ein Mitglied einer Gang (29, Vater von zwei Kindern, Polizei-bekannt wegen zig Verbrechen) sechs seiner Gang-Freunde zeigen, wie man mit einer Glock umgeht. Er entfernte das Magazin und schoss sich selber das Gehirn weg. Er hatte vergessen, dass ja noch eine Kugel im Lauf war. So weit, so dumm. Die Geschichte wird aber noch besser.
Skurril 1: Die Polizei hat danach berichtet, dass seine Freunde ungewöhnlich hilfsbereit waren bei der Aufklärung. Die wollten natürlich nicht, dass man sie verdächtigt. Einer hatte das ganze sogar auf seinem Handy geflimt...
Nächster skurriler Fakt: Eine Woche vorher hatter der Typ, der sich ausversehen erschossen hat, vor Gericht aussagen müssen und erzählt, dass er Angst hat von einer anderen Gang erschossen zu werden und deshalb immer eine kugelsichere Weste trägt. Ich weiß, der nächste Witz ist geschmacklos, aber: Hätte er mal lieber einen Helm getragen...
Skurrile Beerdigung Teil 1: Dieser, sagen wir wie es ist, Vollidiot hat dann eine riesige Beerdigung in Limerick bekommen. 5 Kilometer ist sein Trauerzug durch die Stadt gewandert.
Skurile Beerdigung Teil 2: Die Trauerrede seines besten Freundes handelte von seiner Liebe zu Pferden, Ziegen und Hühnern.
Skurrile Beerdigung Teil 3: Der Blumenschmuck auf seinem Sarg hatte die Form eines Pferdes. Ausserdem befand sich ein ausgestopfter Vogel auf dem Dach des Wagens (siehe Foto)

So das war nur die Vorgeschichte. Mein eigentlicher Punkt kommt jetzt:

Skurrile Beerdigung Teil 4: WARUM ZUM TEUFEL IST DAS PFERD IM VORDERGRUND ALS PROSTITUIERTE VERKLEIDET UND TRÄGT EINEN FISHNET-BODYSUIT?!?!?!?!?!?


(ich weiss nicht, wie es mit dem copyright ist, deshalb gibt es nur den link)

Dienstag, 24. März 2009

Grand Slam, Baby! continued

Getränke bestellen läuft hier in Irland anders ab als ich es bis jetzt gewohnt war. Irgendwann steht einer auf und bestellt für alle ein neues Bier, bezahlt und bringt sie dann mit an den Tisch. Irgendwann muss man dann halt selbst mal eine Runde ausgeben. Da ist man denn halt auf einen Schlag über 30 € los. So langsam habe ich mich auch richtig an Guinness gewöhnt. Und noch besser: Ich hatte Samstag ungefähr 10-12 Pints, aber keinen Kater am Sonntag.

Guinness is good for you.


Nach dem wir noch ein paar Pints im Pub getrunken haben, sind wir zu Graham (der arbeitet auch hier im Institut) und haben dort ein paar Bierchen getrunken. Graham wohnt mitten im Stadtviertel Temple Bar. Dort gibt es praktisch nur Pubs, Pints für 6 € und jeden Abend besoffene Touristen. (Und jede Nacht um 3 Uhr kommt die Strassenreinigung, um die Kotze zu beseitigen) Darauf hätte ich keinen Bock. Da wohne ich doch lieber weiter in meinem ruhigeren Viertel.
Nachdem wir dort ein Boxkampf (irgend ein Ire ist an diesem Abend auch noch Boxweltmeister geworden) gesehen haben, sind wir in einen Club gegangen. Ich dachte ja vorher schon, dass die durchschnittliche irische Frau auch bei niedrigen Temperaturen eher leicht bekleidet ist, aber seit wir da waren, muss ich meine Definition von "leicht bekleidet" wohl ändern. Nicht das ihr mich falsch versteht, das "leicht bekleidet" ist bei den meisten nicht besonders nett anzuschauen... In dem Club haben wir dann noch die italienische Fraktion unseres Instituts getroffen. Aber nach einem Pint und ein bisschen Tanzen waren wir alle ziemlich fertig. Wir sind dann noch einen Burger essen gegangen und dann ging es ab nach Hause.
Alles in allem war der Abend ziemlich lustig. Weil ich in Irland war, als das Rugby-Team den Grand Slam gewonnen hat, wurde ich schon zum Iren ehrenhalber erklärt. Als sie dann auch noch rausgefunden haben, dass ich aus Neumünster komme (auf englisch natürlich New Munster) wollten sie, dass ich den Rugbysport auch in Deutschland vorantreibe. Munster heisst die südlichste Region von Irland und ausserdem heisst so das erfolgreichste Rubgy-Team aus Irland.

Grand Slam, Baby!

Dann werde ich mal eine Zusammenfassung der Ereignisse des letzten Samstags geben.

Das erste Spiel Italien gegen Frankreich habe ich noch zuhause verfolgt. Frankreich hat sich ein bisschen rehabilitiert (die waren dieses Jahr schlechter als erwartet)und hat Italien mit 50:8 vernichtet.
Danach bin ich dann in (Zitat Niall) "Old Man's Pub" gegangen. Wir waren ungefähr 10 Leute. Der Pub war schon extrem voll. Nialls Bruder hatte aber schon Plätze ganz vorne reserviert. Nicht genug für alle, aber im späteren Verlauf des Abends konnte eh keine mehr sitzen. Das nächste Spiel war dann England-Schottland. England hat deutlich gewonnen. Gleich in einer der ersten Szenen des Spiels hat sich ein englischer Spieler schwer verletzt. Er ist gegen einen anderen Spieler geprallt und bliebt einfach still liegen und musste dann abtransportiert werden. Sah ziemlich krass aus.
Dann war es soweit. Wales-Irland. Der Text zur Hymne (es gibt eine spezielle Rugby-Nationalhymne, da das irische Team ganz Irland, also auch Nordirland, repräsentiert) wurde mir vorher beigebracht, damit ich gleich lautstark mitsingen kann. Danach kam die walisische Hymne (auch nicht die offizielle, das wäre ja God save the Queen, die wird nur für England gespielt) Während dieser Hymne wurde Prinz William eingeblendet, der erstmal schön ausgebuht wurde. Die erste Halbzeit wurde von Irland dominiert, aber sie konnte keine Punkte machen. Wales hatte zwei Strafstösse und führte zur Halbzeit mit 6:0. Damit hätte ein kompletter Try (7 Punkte) gereicht, um die erwünschten 13 Punkte Vorsprung zu bekommen, die Wales gebraucht hätte, um den Titel zu gewinnen.
Was in der zweiten Halbzeit folgte, waren glaube ich, die spannendsten 40 Minuten, die ich je bei einer Sportveranstaltung gesehen habe.
Gleich nach Beginn der 2. Hälfte hat Irland zwei Trys gemacht. Es stand also 14:6 für Irland. Damit war es schonmal praktisch unmöglich, dass Wales das Spiel noch mit mehr als 12 Punkten Unterschied gewinnt. Aber das Hauptziel war natürlich der Grand Slam! Irland spielte weiter super, gab aber ein paar dumme Strafstösse weg. Wales kam dadurch auf 14:12 heran. Die Nervosität der Iren war inzwischen höchst-ansteckend. 5 Minuten vor dem Ende hat Wales dann ein Drop-Goal geschossen. 15:14 für Wales. Stille im ganzen Pub. Und ich vermute in ganz Irland. Aber die Mannschaft hatte ja noch 5 Minuten. Die sind also nach vorne wie die bekloppten, haben Wales gleich den Ball (oder das Ei) abgenommen und waren nur noch ein paar Meter von der Endzone entfernt. Der Kicker von Irland stand bereit und wollte ebenfalls ein Drop-Goal schiessen. Der ganze Pub hat gesehen, dass er frei steht und auch die walisische Verteidigung. Aber die konnte nicht so nahe ran, weil es sonst Abseits gewesen wäre. Alle haben geschrien und gestikuliert. War echt lustig. Dann kam der Ball endlich zum Kicker und er hat das Tor tatsächlich geschossen. 17:15 für Irland.
Aber noch waren 2 Minuten zu spielen. Diesmal hat Wales natürlich alles nach vorne geworfen. Und Irland hat gefoult. Es gab wieder Strafstoss für Wales. Diesmal aus 48 Metern Entfernung. Das ist zwar ziemlich weit, aber der walisische Kicker ist einer der besten der Welt. Alle haben gedacht, dass der Ball reingeht und Irland in letzter Sekunde den Grand Slam verliert. Als dann klar war, dass der Ball zu kurz geschossen war und er nicht reingehen würde, Hell broke loose! Das war echt Wahnsinn! Zitat Niall: "That's the fucking best day in my fucking life". Fortsetzung folgt...

I´m leaving on a jetplane...

Für alle die es interessiert, hier mein Flugplan:

Flug NZ4538 von Frankfurt nach London
Ab 18:05, an 18:45 (local)

[Toll, erstmal 2 Stunden in die falsche Richtung fliegen... Als ob der Flug nicht lang genug wäre...]

Flug NZ38 von London nach Auckland
Ab Mittwoch 21:05, an Freitag 11:00 (local), Flugdauer 24:55 mit Tank-Stop in Hongkong

Flug NZ439 von Auckland nach Dunedin
Ab 13:30, an 16:15

Oder bildlich dargestellt:

Ehre wem Ehre gebührt

So, nach langem harten Kampf:


*freu*

Freitag, 20. März 2009

Es knistert!

Die Stimmung in der Stadt ist im Moment sehr merkwürdig. Die Iren sind alle sehr nervös. Morgen ist es endlich soweit. Morgen ist das entscheidene Spiel im Six Nations Rugby Cup! Wales gegen Irland!
Es ist so: Wenn Irland gewinnt, dann haben sie die Grand Slam geschafft. Das heisst, sie hätten alle 5 Spiele gewonnen. Das hat Irland zum letzten Mal 1948 geschafft. Wales kann den Titel auch noch gewinnen. Dafür müssen sie allerdings mit mehr als 13 Punkten Vorsprung gewinnen. Bei weniger Punkten Unterschied würde trotzdem Irland das Tunier gewinnen. Das haben sie immerhin auch seit 1985 nicht mehr geschafft.
Ich werde mir morgen das komplette Rugby-Programm geben. Ich treffe mich mit einigen Leuten aus dem Institut und wir werden alle Spiele in einem Pub verfolgen. Es beginnt um 13 Uhr mit Frankreich-Italien, danach kommt England-Schottland und dann um 17:30 Uhr das Highlight Wales gegen Irland.
Letzten Sonntag habe ich während meiner Inkubationzeiten das U20 Rugbyspiel Trinity College gegen Seapoint verfolgt. Das war sehr lustig, weil die aufgeregten Eltern am Spielfeldrand rumgeschrieen haben. Trinity hat gewonnen!
Hier noch ein paar Eindrücke vom Spiel. (und ja, hier ist schon richtig Frühling!)